Mods: Jugendbewegung, Subkultur und Stil
Mods waren die Anhänger einer Jugendbewegung, die mit ihrem speziellen Stil besonders in London in den 1960er Jahren stark präsent war und sich zu einer Subkultur der Arbeiterklasse entwickelte.
Mods leitet sich vom englischen Begriff „modernists“ ab und gibt damit schon eine Hinweis auf den Einfluss, optischer Stil-Elemente, welche diese Subkultur auszeichneten und abgrenzten. Mit adretten Anzügen, teurer Markenkleidung und italienischem Schuhwerk wollten sich die Mods von ihrer Herkunft aus der Arbeiterklasse abheben und ein Bild des Erfolgs und sozialen Aufstiegs mittels ihres anspruchsvollen Stils erzeugen. Der Roller entwickelte sich ebenfalls zum Markenzeichen der Mods, wie auch der Parka, der bei den Roller-Touren die hochwertige Kleidung schützen sollte. Ein ausschweifendes Freizeitleben verbunden mit Musik, Tanzen und Drogenkonsum gehörten zum alltäglichen Mod-Dasein, aber auch der klassische Wochenendausflug an die Küste wurde zum beliebten Ritual der Mod-Bewegung.
Mods: Die Entstehung einer Subkultur
England erlebte ab den 50er Jahren ein relativ stabiles Wirtschaftswachstum und damit verbunden entwickelte sich in der britischen Geschichte auch erstmals ein gewisser Jugendkonsum, begünstigt durch die Abschaffung der Wehrpflicht und die Einführung der Ratenzahlung. Die Kinder der Arbeiterklasse verdienten ihr erstes Geld in Ausbildungsberufen und legten dies in moderne Kleidung und hedonistische Freizeitbeschäftigungen an. Die Mods wollten sich besonders durch ihr optisches Auftreten vom alten Mief der elterlichen „working class“ abheben, wobei sie tagsüber selbst einer normalen Tätigkeit der konservativen Gesellschaft nachgingen. Der Kontrast bei gleichzeitiger Abhängigkeit zwischen Arbeitsleben und Freizeit war bei den Mods besonders stark ausgeprägt. Sie waren auf einen eigenen Verdienst angewiesen, um ihrem teuren Lebensstil gerecht werden zu können und wurden im Grunde gezwungen, ihre Bedürfnisse in der Freizeit auszuleben, da sie gesellschaftlich keine Macht besaßen und sich in Clubs und Diskotheken eine eigene Welt schaffen konnten, in der sie zu selbstbestimmtem Handeln befähigt waren.
Der Einfluss der Musik auf die Mod-Bewegung
Wie bei fast allen Jugendkulturen, hatte die Musik auch auf die Mods einen bedeutenden Einfluss, wobei sie besonders die Vorliebe für sogenannte schwarze Musik, also Jazz, R’n'B und Soul verband. Im Laufe der Zeit entwickelten sich in London und anderen Städten aber auch Bands aus den eigenen Reihen, die diese musikalischen Einflüsse in einem eigenen Stil interpretierten. Bekannte Bands wie beispielsweise The Who, The Kinks oder The Yardbirds entstammten der britischen Mod-Bewegung. Von den Wurzeln des Rock’n'Roll distanzierten sich die Modernists und sahen in dessen Anhängern ein regelrechtes Feinbild, welches ihnen in der Geschlechterrollenverteilung zu konservativ erschien. Das Machogehabe der Rocker empfanden die Mods als primitiv und stillos.
Die zunehmende Aufhebung der Geschlechterrollen
Auffällig war, dass sich die Mods von der traditionellen Rollenverteilung der Geschlechter zunehmend distanzierten. Die Grenzen zwischen Jungen und Mädchen verschwammen, was sich in einem äußerst androgynen Stil der Kleidung und des Verhaltens widerspiegelte.
