Father Christmas: Der englische Weihnachtsmann und seine Wurzeln
Der englische Weihnachtsmann fing seine Karriere eigentlich nicht als Geschenkebringer an, sondern findet seine Wurzeln im sehr unchristlichen Heidentum. Father Christmas verbirgt aber auch unter christlicher Fahne so einige Geheimnisse.
Angeblich hat alles um Father Christmas mit dem heidnischen Gott Wodan angefangen, der im anglikanischen Raum in etwa mit dem nordischen Gott Odin verglichen werden konnte (eine Hinterlassenschaft der Wikinger Überfälle Englands), der aber der Wortherkunft her viel eher einem Merkur glich, da er auch mit Poesie, Inspiration, aber auch Wut in Verbindung gebracht wurde (In der Etymologie übersetzt sich der Wortteil “Wod” in diese verschiedenen Wörter, je nachdem, von welchem Sprachstamm man ausgeht).
Ursprünge in nordischen Religionen
Im Mittelalter wurde er dann später zu einer Art Waldgott umgewandelt, was viele davon ausgehen lässt, dass er Vorgänger von Father Christmas, bzw. Father Winter war, nicht zuletzt, weil es schon vor Weihnachten, bzw. Christmas ein Winterfest (Solstice, als Wintersonnenwende) gab, das von der Kirche genutzt wurde, um den Heiden das Christentum schmackhafter zu machen.
So verrückt es erscheint, die Darstellung des gegenwärtigen Weihnachten im Muppets Film der Weihnachtsgeschichte deckt sich sehr mit der Vorstellung des Father Christmas: Ein gute Laune verkörpernder Geist, der weder mit Kindern noch mit Geschenken zu tun hatte, sondern viel an Naturgötter erinnerte.
Die erste Personifizierung des Christfestes (Christ’s mass) findet sich angeblich in alten Gesängen des 15. Jahrhunderts, in denen die Personifizierung des traditionellen Festes von jeher als alter Mann ihre Form fand. In den folgenden Jahrhunderten wurde dieses Bild immer weiter verwendet, nicht zuletzt, um den Protestanten einen sympathischen Verteidiger des konservativen Weihnachtsfestes entgegen zu stellen und weil die Liebe zur Analogie damals von vielen Schriftstellern ausgelebt wurde, so etwa von Ben Jonson in „Christmas His Masque“ von 1616.
Der rote Mantel
Erst später wurde er mit dem St. Nicholas Mythos vermischt und so zu einem Geschenke tragenden Kinderhelden an Weihnachten. Dadurch wurde wahrscheinlich auch der rote Mantel wichtig, denn auch wenn Coca Cola sicher zusätzlich dazu beigetragen hat, war es nicht ihre Erfindung, da auch St. Nicholas für gewöhnlich mit einem rubinroten Mantel in Verbindung gebracht wurde. Father Christmas hat jedoch im Gegensatz dazu meist eine grüne oder schwarze Robe getragen, dazu schwarze Stiefel und eine gleichfarbige Mütze.
In Terry Pratchets Roman „Hogfather“ wird die heidnische Mythologie übrigens ironisch, aber auch gewitzt in die Weihnachtsgeschichte eingebaut, so dass Father Christmas in seiner Version eine Mischung aus Mensch und Wildschweinwesen ist (ein Spiel mit den im heidnischen gerne verwendeten tierisch/menschlichen Göttern), das höchstwahrscheinlich mit dem finnischen Weihnachtsmann, dem Joulupukki vermischt wurde, der dafür bekannt war, Hörner und Ziegenhäute zu tragen.